Adaptiver Unterricht

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Ein weiteres Konzept, das ausgehend von den individuellen Lernvoraussetzungen der Lernenden den Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft in den Fokus nimmt, wird als adaptiver Unterricht bezeichnet.

Dieses Konzept wurde hauptsächlich von Corno entwickelt (Corno, 2008; Corno & Snow, 1986) – einer ehemaligen Studentin eines der Gründerväter der ATI (Aptitude-Treatment-Interaction)-Forschung, Richard Snow – und von ihr definiert. Im adaptiven Unterricht werden die Umgebungsbedingungen so gestaltet, dass sie den individuellen Unterschieden der Lernenden entsprechen. Je mehr Lernende Erfahrung über ihre eigenen Lernbedürfnissen gewinnen und Lernprozesse selbst gestalten, desto geringer fällt die Steuerung von Lernprozessen und die Vermittlung von Inhalten durch die Lehrkraft aus (Corno & Snow, 1986).

Die Grundsätze des adaptiven Unterrichts liegen laut Corno (1995) für Lehrkräfte in der Anpassung und Abgleichung von Lerninhalten, um auf die individuellen Unterschiede der Schüler einzugehen. Das Ziel des adaptiven Unterrichts ist, dass alle Lernenden in vollem Umfang an den Lernangeboten in der Klasse in Form von selbstreguliertem Lernen teilnehmen können (Peterson, 2018).

Die Adaptivität von Unterricht gilt inzwischen als ein zentraler Aspekt von Unterrichtsqualität, so dass adaptiver Unterricht nicht nach einem bestimmten Unterrichtsmodell gestaltet werden kann. Entsprechend kommen hier neben Instruktionen durch die Lehrkraft und Unterrichtsgesprächen im gesamten Klassenverbund verstärkt kooperative und individualisierte Sozialformen zum Einsatz (Dumont et al. 2024, 202).