Lernkonzepte
Um Lernprozesse nachhaltig zu verändern, ist eine konsequente Orientierung am einzelnen Kind bzw. Jugendlichen erforderlich, insbesondere unter den Bedingungen einer Hörbehinderung. Die individuellen Bedürfnisse, kommunikativen Voraussetzungen, Anlagen und Begabungen gewinnen hierbei besondere Bedeutung, da Lernzugänge, Informationsverarbeitung und Interaktion maßgeblich von auditiven, visuellen und sprachlichen Bedingungen geprägt sind. Demgegenüber fokussiert klassisches Unterrichtsgeschehen häufig Gleichheit, Gleichzeitigkeit und Gleichförmigkeit im Wissenserwerb sowie eine standardisierte Erfassung von Lernzuwächsen. Solche normorientierten Arrangements werden den heterogenen Lernvoraussetzungen von Kindern und Jugendlichen mit Hörbehinderung nur eingeschränkt gerecht, da sie individuelle Entwicklungsverläufe, unterschiedliche Kommunikationsformen sowie variierende Unterstützungsbedarfe unzureichend berücksichtigen.
Im pädagogischen Diskurs haben sich verschiedene Konzepte herausgebildet, die die dargelegten Ansprüche (vgl. Lerngrundlagen) in jeweils spezifischer Weise aufgreifen: individualisierter Unterricht, adaptiver Unterricht, personalisiertes Lernen und selbstgesteuertes Lernen. Obwohl diese Begriffe mitunter überschneidend verwendet werden, betonen sie unterschiedliche Aspekte gelingender Lernprozesse.