Komponenten der Schulentwicklung

Anforderungen an einen Lernraum für Lernende mit Hörbehinderung

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Lernräume für alle – aber hör- und sehsensibel gemacht

Alle Überlegungen für ein Lernhaus, dass Kinder und Jugendliche mit Hörbehinderung inkludiert, gelten auch für Lernräume.

Ein inklusiver Lernraum, der den Bedürfnissen von Lernende mit Hörbehinderung gerecht werden will, muss akustisch differenziert, visuell transparent, hörtechnisch ausgestattet und kulturell einladend sein. Architektur wird dabei nicht bloß zur Hülle des Lernens, sondern zur dritten Pädagogin: Sie macht Teilhabe sichtbar, unterstützt Kommunikation, fördert Beziehungen und trägt damit entscheidend zur Verwirklichung einer inklusiven, zukunftsfähigen Schule bei.

 

Die folgenden Aspekte sind hier von besonderer Bedeutung:

  • Raumgestaltung und Akustik (Schalldämmung, um Nachhall und Störgeräusche zu reduzieren, d.h. zum Beispiel auch ggf. Filzgleiter unter Stühlen etc.)
  • mobile Endgeräte mit Live-Transkriptions-Apps oder Gebärdenvideos, bestmöglicher Akustikqualität, ohne Hintergrunduntermalung wie Hintergrundmusik
  • technische Hilfen wie digitale akustische Übertragungsanlagen (daÜ) oder Soundfield-Systeme, die die Sprachverständlichkeit verbessern
  • Ladestationen für Hörtechnik, Ruhebereiche zur Entlastung bei Hör- oder Sehermüdung oder auch um zu entspannen („quiet space“)
  • Vermeidung von Störquellen wie brummende Geräte, offene Fenster zum Straßenlärm oder laufende Beamer
  • klare und freie Sichtachsen, sodass Kinder Blickkontakt zu Lehrkräften und Mitlernenden halten können, etwa in Gesprächsphasen
  • gute Beleuchtung, besonders auf Gesichter und Hände (keine Blendung von hinten)
  • Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes, selbstgesteuertes Arbeiten ohne Ablenkung
  • flexible Arbeitszonen: Gruppenarbeitsbereiche mit visueller Kommunikation, ruhige Einzelarbeitsplätze auch um Hör- /Sehpausen zu ermöglichen