Blick in die Praxis

Lernen im Cluster

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Das Lernen im Cluster steht für eine moderne schulische Organisations- und Lernform, die auf flexible, vernetzte und kooperative Lernprozesse zielt. Ein Cluster umfasst mehrere Lernräume, die thematisch, funktional und sozial miteinander verbunden sind. Diese räumlich-pädagogische Struktur bildet die Grundlage für eine Lernkultur, die Selbstständigkeit, Verantwortung und gemeinsames Lernen systematisch fördert.

Ein zentrales Prinzip des Lernens im Cluster ist die Öffnung von Lernräumen und Lernzeiten. Schüler*innen bewegen sich innerhalb des Clusters eigenverantwortlich zwischen verschiedenen Lernorten und wählen je nach Lernstand, Interesse und Aufgabe geeignete Arbeitsformen und Sozialkonstellationen. Diese Flexibilität unterstützt selbstgesteuertes Lernen, da Lernende zunehmend lernen, ihren Lernprozess zu planen, zu reflektieren und zu steuern.

Lehrkräfte übernehmen in diesem Setting die Rolle von Lernbegleiter*innen, die individuelle Lernpfade unterstützen, Orientierung geben und Rückmeldung ermöglichen. Durch transparente Lernziele und regelmäßige Reflexionsphasen wird das Bewusstsein für Lernstrategien und Fortschritte gestärkt. Gleichzeitig bietet das Cluster vielfältige Gelegenheiten für kooperative Lernformen, die soziale Verantwortung, Kommunikation und Perspektivenübernahme fördern.

Das Lernen im Cluster zielt somit auf eine Balance zwischen individueller Selbstständigkeit und gemeinschaftlicher Verantwortung. Es schafft Bedingungen, unter denen Lernende Erfahrungen mit Eigeninitiative, Selbstorganisation und kollektiver Problemlösung sammeln können, d. h. allesamt Kompetenzen, die für lebenslanges Lernen und gesellschaftliche Teilhabe zentral sind (Götzl et al., 2017; Hänze et al., 2025).