Blick in die Praxis
Anne-Frank-Realschule, München
An der Städtischen Anne-Frank-Realschule für Mädchen sind die Lernhäuser ein zentrales Strukturmerkmal, das eine enge Identifikation sowie eine beinahe familiäre Atmosphäre ermöglicht. Die Schülerinnen durchlaufen ihr Lernhaus kontinuierlich von der 5. bis zur 10. Jahrgangsstufe, wobei sie zwischen drei Profilen wählen: dem naturwissenschaftlichen Zweig im Lernhaus Rosalind Franklin, dem sozialen im Lernhaus Rosa Parks sowie dem sprachlichen im Lernhaus Niki de Saint Phalle. Charakteristisch für das Schulkonzept ist zudem der Verzicht auf Hausaufgaben. Während andere Schulen zwischen lehrergesteuertem Unterricht und selbstgesteuertem Lernen im häuslichen Umfeld unterscheiden, versteht die Anne-Frank-Realschule eigenverantwortliches Lernen als integralen Bestandteil des Ganztagsprogramms. Dies findet insbesondere in den sogenannten Lernbüros statt, in denen Schülerinnen jahrgangs- und lernhausübergreifend selbstständig arbeiten.
Die Lernateliers ermöglichen den Schülerinnen der Anne-Frank-Realschule selbstgesteuertes Arbeiten in altersgemischten Gruppen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Die Teilnahme erfolgt durch eigenständige Online-Buchung von Raum und Fachlehrkraft. Für diese Zeit wurden Lernbausteine für jede Jahrgangsstufe entwickelt, die digital zur Verfügung stehen und auf die jeweiligen Leistungsnachweise angepasst sind.
Die Schule versteht die Lernateliers als Teil eines ganzheitlichen Bildungsansatzes, der Teamarbeit, gegenseitige Unterstützung und individuelle Förderung mit dem Anspruch verbindet, Schülerinnen zu eigenverantwortlichem und reflektiertem Lernen zu befähigen (Deutscher Schulpreis, 2025).
Umsetzung der acht Komponenten schulischer Entwicklung
Die pädagogische Konzeption der Anne-Frank-Realschule lässt sich besonders anschaulich anhand der acht Komponenten schulischer Entwicklung analysieren:
Tabelle 3. Komponenten Lernkulturwandel für die Anne-Frank-Realschule
An der Städtischen Anne-Frank-Realschule in München wurde schrittweise ein Schulkonzept etabliert, das auf selbstständigem, eigenverantwortlichem und selbstorganisiertem Lernen basiert und einen besonderen Schwerpunkt auf die MINT-Fächer legt. Die Rolle der Lehrkräfte verschiebt sich dabei von der Wissensvermittlung in Inputstunden hin zur Funktion als Lerncoach, der die Schülerinnen in ihrem individuellen Lernprozess begleitet. Zeitliche und räumliche Strukturen sind flexibilisiert, sodass Lernen stärker an den Bedürfnissen der Schülerinnen ausgerichtet werden kann. Die Organisation der Schule in vier Lernhäusern ermöglicht unter anderem jahrgangsübergreifendes Lernen. Über die digitale Plattform MEBIS erhalten die Schülerinnen Zugang zu vielfältigen Lernmaterialien auf unterschiedlichen Kompetenzniveaus. Jede Schülerin verfügt über ein eigenes Tablet, das sowohl für den AFR-Planer als auch zur Steuerung des individuellen Lernprozesses genutzt wird. Damit bildet die Digitalisierung ein zentrales Element des Schulkonzepts (Anne Frank Realschule, 2025).
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